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Diagnose Krebs! Und nun?

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Meine Absicht, den Schwerpunkt meiner Tätigkeit auf die psychoonkologische Begleitung für Krebspatienten und deren Angehörige zu legen, besteht darin, mein gesamtes Wissen aus moderner Psychotherapie und traditionellen buddhistischen, Yoga und Achtsamkeit basierten Methoden mit meinen persönlichen Erfahrungen als Krebspatient und zuvor als begleitendes Familienmitglied zu verbinden, um eine möglichst umfassende und empathische Hilfe in dieser sehr speziellen und bedrohlichen Lebenssituation anzubieten.
Eine langjährige Patientin kommentierte meinen Entschluss so: “Wenn ein Flugzeug in zehntausend Meter Höhe in Schwierigkeiten gerät, ist es beruhigend, wenn nicht nur der Ingenieur an Bord ist, der etwas reparieren kann, sondern auch ein erfahrener Pilot im Cockpit sitzt, der fliegen kann”.

Die Diagnose Krebs lässt viele von uns innerlich erstarren und macht aus einem gesunden Menschen von einem Moment zum nächsten einen Patienten. Das Leben scheint anzuhalten, tausende Fragen hängen sich wie Blei an den Körper und Gedanken rasen in bizarren Kreisen …. Wie geht es jetzt weiter?
Zunächst erschüttert die Diagnose Krebs unser Leben wie kaum ein anderes Ereignis. Sie bedroht unsere Existenz und konfrontiert uns mit dem Tod ungeachtet der tatsächlichen und oft hohen Heilungs- oder Überlebenschancen. Krebs ist noch immer der Inbegriff einer heimtückischen und unvorhersehbaren Erkrankung.
Meist kommen Operationen oder eine Strahlen- /Chemotherapie, häufig auch beides, auf uns zu. Eine Krebserkrankung verändert unseren Alltag und das bisherige Leben radikal.
Chemotherapien haben, wenn auch nur vorübergehend, heftige körperliche und somatopsychische Nebenwirkungen, nicht nur den Verlust von Haaren, sondern schlimmer Übelkeit, permanente Müdigkeit, Verlust der Leistungsfähigkeit, chronische Erschöpfung, Fatigue-Syndrom, Selbstzweifel, Depressivität. Ich selbst hatte den Eindruck, innerhalb weniger Tage um 20 Jahre gealtert zu sein.
Zudem bringt die Behandlung auch die bisherigen sozialen Rollen in Familie und Beruf sowie gesamte Zukunftsperspektiven komplett durcheinander. Wir werden zu einem Patienten, dessen Leben scheinbar nur noch in den Händen von Medizinern liegt.
Doch Krebs bringt neben den medizinischen Herausforderungen unvermeidlich auch Ungewissheit, Angst und tiefe Verunsicherung mit sich. Das Gefühl des Ausgeliefertseins gehört wohl zu den schlimmsten psychischen Belastungen der Krebserkrankung. Um die physisch wirksamen Therapien durchzuhalten ist es immens wichtig, dass wir die Kontrolle über unser gesamtes Leben wiedergewinnen. Dabei können wichtige Bezugspersonen, Ärzte oder Psychologen behilflich sein. Psychoonkologische Begleitung ist keine Behandlung einer psychischen Störung sondern vielmehr die professionelle Unterstützung in einer Lebenskrise, um Therapieerfolge zu verstärken und die Verträglichkeit von Tumorbehandlungen zu verbessern.
Bei aller Verunsicherung, Angst und Ungewissheit geht es doch darum, die eigenen Stärken und Ressourcen zu aktivieren, um wieder gesund zu werden.

Meine psychoonkologische Begleitung für Sie kann Folgendes beinhalten:

– lösungsorientierte Kurztherapie
– Bewegungstherapie & Yoga
– Achtsamkeit & Meditation
– meine persönlichen Erfahrungen als Krebspatient und auch als begleitender Angehöriger

Lösungsorientierte Kurztherapie zeigt rasch und präzise Alternativen zu bisherigem Denken und Handeln, findet Lösungen, aktiviert Ressourcen und unterstützt persönliche Stärken. Und vielleicht transformieren wir die Krise zur Chance und Angst zu neuem Mut? Denn alles, was wir bisher gedacht, gefühlt, getan haben, hat uns genau hierher, in die Krise geführt, oder nicht? Vielleicht ist es also an der Zeit, etwas anders zu denken, zu fühlen und zu handeln!?
Die Bewegungstherapie biete ich am liebsten draußen im Wald an, denn allein schon der Aufenthalt im Wald hat einen angenehmen und heilsam unterstützenden Effekt. Die Natur beruhigt uns, fördert Vertrauen und baut Brücken zur Akzeptanz dessen, was gerade ist. Während einer Krebserkrankung, Behandlung und auch in der Zeit der Genesung ist es sehr wichtig in Bewegung zu bleiben. Leben ist Bewegung! Genauso wichtig ist es, die individuell geeignete Form sowie das rechte Maß an Bewegung in den einzelnen Phasen zu finden.
Achtsamkeit und Meditation verändern den Fokus unserer Aufmerksamkeit, stärken die Konzentration auf das, was hier und jetzt wichtig ist, ermöglichen die klarere Wahrnehmung dessen, was in uns und um uns herum geschieht, um überhaupt die Möglichkeit zu haben, frei und selbstbestimmt zu entscheiden.
Die eigene Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen. Und ich betrachte meine Erkrankung als Einladung, alle Aspekte meiner bisherigen Tätigkeiten nun insbesondere Krebspatienten zur Verfügung zu stellen, um vielleicht etwas leichter die Herausforderung des Lebens anzunehmen und erfolgreich zu bewältigen.