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Gedanken zum Thema Gewalt und Krieg

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Jeder Streit, jeder Konflikt und auch jeder Krieg entsteht aus den Positionen
„Ich habe recht“ und „Nein, ich habe recht“.

Dabei gibt es nur eine falsche Sicht der Dinge, nämlich den Glauben, meine Sicht sei die einzig richtige Sicht.

Frieden ist keine Selbstverständlichkeit, wie die Menschheitsgeschichte eindrucksvoll, traurig und erschütternd beweist.

Frieden ist ein Zustand, den wir sehr achtsam führen müssen, vielleicht sogar mit mehr Energie als man Krieg führt.

Frieden entsteht aus Wertschätzung, Anerkennung der Unterschiede und aus Respekt.

Jeder Mensch hat doch das Recht, sein Glück so zu gestalten, wie er das möchte, wenn er dabei anderen weder Leid noch Schaden zufügt.

Warum können wir das nicht akzeptieren oder wenigstens tolerieren?

Woher nimmt „Der Westen“ die subjektive Gewissheit, dass seine Sicht der Welt richtig ist, dass sein sogenanntes „Wertesystem“ zur Lösung der anstehenden Aufgaben, zu Wohlstand, Frieden und Menschlichkeit führt ???

Wäre dieses westliche „Wertesystem“ tatsächlich daran interessiert, das Leben der Menschen in der Ukraine zu retten, hätte man den Krieg verhindern können und sogar nach Ausbruch noch zeitnah beenden können.

Stattdessen hat der unheilvolle, tödliche Glaube, man könne mit Waffengewalt Konflikte wirklich lösen und Kriege beenden, wieder Millionen Anhänger.

Dies sind Menschen, die aus eigener Schwäche, aus purer Angst schon immer daran geglaubt haben und solche, die zu diesem Glauben konvertieren.
Warum genau? Ich weiß es nicht.
Aber ich weiß, egal wer nach mehr Waffen schreit, der schreit nach mehr Gewalt, nach mehr Opfern.
Wer wirklich Frieden möchte, dem muss dies zynisch erscheinen, denn Druck erzeugt Gegendruck und das bedeutet aktuell immer mehr zivile Opfer, immer mehr tote Ukrainer.
Soll dies ein akzeptabler Preis für die Werte-Rechthaberei des Westens sein?

Was unterscheidet den Krieg in der Ukraine von anderen Kriegen?
Jeder Krieg, jede Waffengewalt ist schrecklich, abscheulich, brutal und völlig absurd.
Welches soll der Unterschied zu den vielen Kriegen der USA sein?
Die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki, der Vernichtungskrieg gegen die Zivilbevölkerung in Vietnam, die Feldzüge gegen den Irak und Iran …..
War das konform zum westlichen „Wertesystem“ und dem Völkerrecht?
Warum haben wir Europäer nicht die USA mit Sanktionen und Embargos überzogen?

Also bitte, boykottiert US-amerikanische Produkte !!!
Wer braucht schon McDonalds oder Coca Cola … ?
Aus moralischer und sogar ethischer Sicht haben sie es noch mehr verdient als die Russen, oder nicht ???

Nein, bitte denken Sie nicht so! Denn genau so entsteht diese Polarisierung des „Ich habe recht“, so entstehen Intoleranz, Streit, Konflikte und Kriege.

Trotzdem möchte ich darauf hinweisen, dass die USA uns Europäer seit geraumer Zeit ökonomisch nicht mehr nur als Wettbewerber sondern als Gegner betrachten.
Das vergleichsweise billige russische Gas hat wahrscheinlich schon zu Wettbewerbsvorteilen gerade für uns Deutsche geführt.
Auch deshalb darf es aus Sicht der US-Regierung Nordstream 2 nicht geben.

In Europa wird es durch den Ukraine-Krieg nur Verlierer geben, tote Menschen, Obdachlose, arbeitslose Menschen, Insolvenzen und sinkender Wohlstand.
Die Auswirkungen auf Umwelt und Klima kann wohl aktuell niemand wirklich überschauen.

Die USA profitieren allerdings ökonomisch von diesem Krieg wie auch von anderen Kriegen, die sie selbst geführt oder angezettelt haben.
Kein einziger davon fand auf ihrem Territorium statt.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Wenn es um territoriale Integrität geht und um die Souveränität von Staaten, dann gilt das doch für alle gleichermaßen, oder etwa nicht?

Der russische Angriff auf die Ukraine ist ein Verbrechen.
Aber warum sollten es die amerikanischen Kriege nicht sein?
Weil das westliche Wertesystem besser ist als alle anderen?
Weil der Westen einfach immer Recht hat?
So wie die heilige katholische Kirche, das Judentum oder Mohamad unantastbar sind?

Deshalb sage ich, wenn wir behaupten, unser Wertesystem ist besser, ist das einzig richtige und wir müssen andere dafür kritisieren, unterdrücken und über Leichen gehen, dann sind wir eben nicht besser oder klüger als die Taliban.

Jeder, der behauptet, nur er allein habe recht, irrt oder lügt!
Aber genau darin bestehen das große Problem oder die Aufgabe, Wege zu finden, Andere einfach so zu akzeptieren, wie sie sind und auf jede Form von Gewalt zu verzichten, denn Gewalt konnte und kann man nicht mit Gewalt bekämpfen.
Auch wir Ostdeutsche haben 1989 nachgewiesen, dass man Konflikte durchaus friedlich lösen und eine gewünschte gesellschaftliche Veränderung erreichen kann.

Gewalt resultiert überwiegend aus Angst und diese aus Unwissenheit.
Also was wäre falsch oder schwierig, wenn wir miteinander reden und lernen anstatt uns zu töten?
Das ist naiv?
Ich denke nicht, denn bisheriges politisches Handeln konnte den Frieden offensichtlich nicht bewahren, schuf Wohlstand nur für Auserwählte und zerstörte die Umwelt auf schier unglaubliche Art und Weise mit extremen Folgen für den gesamten Planeten und alle Menschen, alle Nationen und Religionen.
Und wenn wir wissen, wie es nicht funktioniert, sollten wir es vielleicht einfach mal anders machen, oder nicht?
Etwas nicht zu wissen, ist nicht dumm, denn man kann es lernen.
Jedoch zu wissen, wie es nicht funktioniert und es trotzdem so zu tun, das halte ich dann schon für ziemlich dumm.

Ich hoffe, dass sich Albert Einstein irrte, als er sagte, er halte zwei Dinge für unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit !!!
Beim Universum war er sich nicht ganz sicher.

Aus dem Buddhismus weiß ich und kann dies als Psychotherapeut bestätigen:
es gibt fünf geistige Haltungen, die uns mit Sicherheit leiden lassen.
Dies sind:
1. Anhaftung, Begehren, Haben wollen
2. Ablehnung, Widerstand, Nicht haben wollen
3. Ego-Natur, Egomanie
4. Ängste, Zweifel, Sorgen
5. Falsches Verstehen, Rechthaberei

Betrachtet man den Ukraine-Krieg, sind alle fünf leidvollen Geisteshaltungen ganz leicht zu erkennen.
Alle Beteiligten, die Regierungen der Russen, der Ukrainer, der Amerikaner, der Europäer usw. haben ihre eigenen und dissonanten Begehren und „natürlich“ Widerstand gegen die jeweils anderen Positionen und Interessen.
Die Egozentrik der handelnden Personen bis hin zu pathologischem Narzissmus ist bis auf wenige Ausnahmen reif fürs Lehrbuch.
Alle Beteiligten haben und schüren Ängste.
Und die Rechthaberei basierend auf Unwissenheit und falschem Verstehen habe ich schon erwähnt.

Nun könnte man sagen: Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Da aber Hoffnung nicht bedeutet, dass etwas gut ausgeht, sondern dass es Sinn hat, egal wie es ausgeht, bleibt mir wohl nicht einmal die Hoffnung, denn den Sinn dieses Krieges und seiner Zerstörung vermag ich derzeit nicht zu erkennen.

Vielleicht beschleunigt es die Energiewende?
Vielleicht lösen wir Europäer uns aus den Abhängigkeiten von den USA und China?
Vielleicht lernt die junge Generation, dass sich Gewalt niemals lohnt?

Ich weiß es nicht.
Aber selbst, wenn auch aus diesen Trümmern Neues entsteht, glaube ich nicht, dass es dieses Leid und diese Opfer wert sein kann.

Lasst uns also noch mehr Leid und noch mehr Opfer verhindern!
Tretet selbstsicher gegen Waffen und für Frieden ein!
Respektiert euch und redet miteinander!

Sowohl die Nazis 1938 als auch das SED-Regime in den 1980-er Jahren hat propagiert:
Damit der Frieden sicher ist, muss er bewaffnet sein.
Das Eine endete mit 65 Millionen Toten im 2. Weltkrieg und das Andere mit einer friedlichen Revolution und exakt Null Toten.
Ihr habt die Wahl …. entscheidet euch !!!